Frieden – aber nicht um jeden Preis

Warum und wie ich Konflikte lieben lernte. Eine Selbstoffenbarung.

Mein Leben lang war ich süchtig. Harmoniesüchtig.

Erst vor kurzem wurde mir bewusst, dass ich dadurch meistens nicht ich selbst war.

  • Ich dachte (unterbewusst), dass ich für die Gefühle der anderen zuständig bin und dafür sorgen muss, dass alle anderen zufrieden sind.
  • Dabei habe ich mich selbst völlig aus dem Blick verloren, weil ich stets nach Lösungen gesucht habe, die den anderen passen.
  • Dazu gehörte auch, dass ich bis zum Umfallen gearbeitet habe, weil ich es allen recht machen wollte.
  • Konflikte hatte ich kaum, denn ich habe nur äußerst selten meine eigene Wahrheit gesprochen.
  • Und gab es doch Konflikte, habe ich zurückgesteckt, oder sie umgangen – Um des lieben Friedens Willen.
  • Dafür habe ich meine wahren Emotionen unterdrückt, bis ich keinen Zugang mehr zu ihnen hatte.

Wenn du dich jetzt in einem der Punkte wiedererkennen solltest: Willkommen in meiner Welt vor noch ein paar Jahren. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich damals selbst belogen. Der „Frieden“ war nicht echt. Der Frieden ging auf meine Kosten. Mein Wohlbefinden. Meine Lebensqualität.

Frieden, aber nicht um jeden Preis! Damit meine ich, dass wir hier auf Erden alle für Frieden sorgen können. Es aber NIEMALS auf unsere Kosten tun sollten. Denn dann ist der Konflikt nur verlagert in unser Inneres. Und dort wird er auf körperlicher, psychischer und seelischer Ebene ausgetragen.

Kommt dir davon etwas bekannt vor?

  • Wenn du am Abend noch den Haushalt erledigst, während dein Partner/deine Partnerin auf dem Sofa chillt.
  • Wenn dein Chef/deine Chefin dir 5 Minuten vor Feierabend noch eine Aufgabe gibt, die doch bitte noch „kurz“ bis morgen früh erledigt sein soll.
  • Wenn du krank bist, dich aber dennoch unermüdlich zur Arbeit schleppst.
  • Wenn du keine Zeit und Energie für deine eigenen Hobbies hast, während jedes deiner Kinder drei davon hat, zu denen du sie fährst und die du für sie organisierst.

Wie geht das, für Frieden sorgen ohne mich selbst zu verlieren?

Ich wagte mich auf diese wunderbare Reise zu mir selbst. Durch die Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen wurde mir bewusst, dass ich grundsätzlich etwas an meiner Kommunikation ändern musste. Und das wiederum hatte zur Folge, dass ich mir meiner eigenen Gefühle und Bedürfnisse immer mehr bewusst wurde. Zudem lernte ich auf meinen Körper zu hören. Lauschte der leisen Stimme meines Herzens und sorgte mich um mich selbst. Dieser Weg verlief selten gerade, mit Höhen und Tiefen. Heute kann ich sagen: Ich habe mich von meiner Harmoniesucht befreit und lebe den echten Frieden. Ich bin zuFrieden.

Meine drei Tipps für dich, um echten Frieden in deine Beziehungen zu bringen:

  1. Lerne Konflikte zu LIEBEN! Sag JA, wenn ein Konflikt im Raum steht. Das ist immer eine Chance sich noch näher zu kommen. Sich noch besser kennenzulernen. Sich noch mehr auf Augen- und Herzhöhe zu begegnen.
  2. Sorge gut für Dich. Nimm dir jeden Tag eine Auszeit, in der du nur mit dir bist. Bekomme immer mehr ein Gefühl für deine Bedürfnisse und Gefühle.
  3. Lass deine Gefühle raus. Gib ihnen Raum, lasse sie zu: Nicht nur die „positiven“ auch die, die anstrengend werden können: Wut, Trauer, Angst, Aggression, Machtlosigkeit. Finde Worte für deine Gefühle.

Meine Vision ist echter Familienfrieden: Beziehungen auf Augenhöhe, in denen jeder so wahrgenommen wird, wie er ist: In seiner Persönlichkeit, in seiner Bedürftigkeit, in seiner Emotionalität. Ein Leben – nicht immer in Harmonie – aber immer mit dem Ziel echten Frieden zu schaffen.

Was ich dir sagen möchte: Glaube daran, dass es möglich ist und dass DU der Familienmittelpunkt sein kannst, von dem sich der echte Frieden wie eine sanfte Welle in deiner Familie ausbreitet.